Trials – Hütehundebewerbe

Die Sheep Dog Trials (Hütehundebewerbe) haben ihren Ursprung – wie auch der Border Collie – im Grenzland zwischen England und Schottland. Der erste Hütebewerb wurde 1873 in Wales (GB) abgehalten. Die ISDS(International Sheep Dog Society) wurde 1906 in Großbritannien gegründet. Seit wenigen Jahrzehnten werden auch auf dem Kontinent Bewerbe in kleinerem oder größerem Stil abgehalten.

Die ASDS (Austrian Sheep dog Society – Österreichischer Hütehundeverein) veranstaltet nationale und internationale Hütehundebewerbe. Die Trials verstehen wir als Leistungs-Überprüfungen. Sie dienen zum Vergleichen der Hütearbeit der Hunde, die ausser auf kompetentes Training auch auf angeborene Anlagen angewiesen ist. Die Trials sind unerlässlich einerseits zur Zuchtauslese, andererseits zur Steigerung des Ausbildungsniveaus sowie der Fähigkeit der Schäfer, mit Hunden wie auch mit Schafen korrekt umzugehen.

Die Bewerbe der ASDS dienen ausserdem zur Qualifikation für internationale Großveranstaltungen (Europameisterschaft, World Trial).

Fotos: Angela Gaigg

 

Die Trials bieten mit drei Starterklassen (I – Anfänger, II – Fortgeschrittene, III – Profis) Hunden mit unterschiedlichem Ausbildungsniveau die Möglichkeit der Teilnahme. Zuseher sind willkommen und können Wissenswertes mit erfahrenen Hunde- und Schafhaltern auszutauschen.

Der Parcoursaufbau orientiert sich an den alltäglichen Erfordernissen in der Schafhaltung. Der Hund muss Schafe auch auf große Entfernungen einholen können und sie, gelenkt nur von Verbal- oder Pfeifkommandos ruhig zum Schäfer bringen.

Im traditionell-britischen Fachjargon nennt man das Einholen den  Outrun, die ruhige Übernahme der Schafe den Lift und das Bringen auf einer geraden Linie den Fetch.

Der Hund sollte kooperativ und lenkbar sein und gut auf die Kommandos reagieren. Der Schäfer hat über den Hund die Tiere soweit unter Kontrolle, dass er sie in jede gewünschte Richtung treiben kann, zum Beispiel beim Wechseln auf verschiedene Koppeln.

Dies wird im Hütebewerb beim sogenannten Wegtreiben, dem Drive abgefragt.

Um den Parcours zu markieren werden Tore aufgebaut, durch die die Schafe gelenkt werden sollen. Abweichungen vom Parcours, zu schnelles Tempo, mangelnde Kontrolle über die Schafe oder den Hund führen zu Punkteverlusten.

Letzlich muss ein fertig ausgebildeter Hund auch bestimmte Schafe von den anderen abtrennen können, damit sie der Schäfer beispielsweise kontrollieren, behandeln oder aussondern kann, um sie etwa auf eine andere Koppel zu treiben.

Für dieses Abtrennen, auch Englisch Shed, ist schon ein gehöriges Mass an Zusammenarbeit zwischen Schäfer und Hund notwendig. Deshalb wird sie erst ab der mittleren Leistungsstufe abgefragt.

Am schwierigsten ist es, ein einzelnes Schaf abzutrennen. Diese Übung nennt man Single. Diese Aufgabe wird erst in der höchsten Klasse verlangt.

Ein sehr praxisnahes Element, das meist am Ende des Trial-Laufs steht, ist das Einpferchen der Schafgruppe, der Pen.

Für jeden Teilnehmer wird eine eigene kleine Gruppe (meist 3-5 Schafe) zur Verfügung gestellt. Es ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, dass die Schafe bei der Arbeit keinesfalls gestresst werden sollen.

Ist der Hund nicht gut unter Kontrolle oder beunruhigt er die Schafe kann er vom Richter disqualifiziert werden.

Das Können eines gut ausgebildeten Border Collies kommt insbesondere Schäfern zugute, die viele Umtriebe zu erledigen haben oder die Schafe auf unwegsamem Gelände regelmässig kontrollieren müssen.

Oft werden besonders Schafherden, die gefährdeten Rassen angehören, extensiv gehalten und erfolgreich unter Zuhilfenahme von Border Collies betreut.

Trial Regeln

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Trial Regeln

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